Viele Führungskräfte verbinden Entwicklung mit dem Erwerb neuer Fähigkeiten, Methoden oder Werkzeuge. Der Markt für Führungstrainings spiegelt das deutlich wider: neue Modelle, neue Konzepte, neue Programme. Gleichzeitig berichten viele Führungskräfte, dass genau diese Vielfalt an Angeboten zunehmend überfordert, statt zu entlasten. In meiner Arbeit zeigt sich immer wieder: Selbststeuerung im Alltag entsteht selten durch mehr, sondern durch klarer. Klarer darüber, was wirkt, was Energie bindet und wo kleine Verschiebungen einen Unterschied machen.
Das findet sich in diesem Blogartikel:
Selbststeuerung ist keine Zusatzaufgabe
Ein zentraler Irrtum besteht darin, Selbststeuerung als weitere Aufgabe im ohnehin vollen Arbeitsalltag zu verstehen. In der Realität ist Selbststeuerung keine zusätzliche Tätigkeit, sondern eine Veränderung der inneren Haltung zum eigenen Tun. Sie beginnt mit Wahrnehmung: Wie geht es mir nach einer Situation? Bin ich klarer oder enger, ruhiger oder erschöpfter? Diese Fragen sind keine Analyse, sondern ein kurzer innerer Check. Sie ermöglichen Orientierung, ohne Zeit zu kosten.
Einzahlen oder teuer werden – zwei Seiten derselben Medaille
Führungssituationen wirken unterschiedlich. Manche kosten Kraft, andere tragen. Oft beides gleichzeitig, nur auf unterschiedlichen Ebenen. Eine Besprechung kann sachlich klärend sein und gleichzeitig emotional auszehren. Eine Entscheidung kann entlastend wirken und dennoch körperlich ermüden. Selbststeuerung bedeutet, diese Wirkungen wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten. Es geht nicht darum, Belastung vollständig zu vermeiden, sondern bewusst mit ihr umzugehen und Einzahlendes zu stabilisieren, wo es vorhanden ist.
Kleine Verschiebungen statt großer Interventionen
Im Führungsalltag sind große Veränderungen selten realistisch. Was jedoch fast immer möglich ist, sind kleine, bewusste Verschiebungen. Ein klarer Satz, statt einer langen Erklärung. Eine bewusste Pause zwischen zwei Gesprächen. Eine Verantwortung, die nicht zusätzlich übernommen wird. Diese kleinen Shifts wirken nicht spektakulär, aber nachhaltig. Sie reduzieren langfristig Erschöpfung, weil sie die eigene Wirksamkeit stärken, statt zusätzliche Anforderungen zu erzeugen.
Selbststeuerung als Führungsqualität
Selbststeuerung ist keine private Angelegenheit, sondern eine zentrale Führungsqualität. Führungskräfte, die ihre eigene Wirkung wahrnehmen und regulieren können, schaffen nicht nur für sich selbst Entlastung, sondern auch für ihr Umfeld. Sie treffen klarere Entscheidungen, setzen Grenzen bewusster und wirken stabilisierend auf ihr Team. In meiner Arbeit mit Führungskräften nutze ich unter anderem visuelle Orientierungsmodelle, die genau diese Form der Selbststeuerung im Alltag unterstützen. Ohne zusätzliche Tools, ohne lange Reflexion.
Wenn Sie sich mit dieser Form von Führung auseinandersetzen möchten, biete ich dafür ein kostenfreies Erstgespräch an, um gemeinsam zu klären, ob eine Zusammenarbeit für Ihren Kontext sinnvoll ist.
Dieser Beitrag ist Teil der Blogserie
Führung unter Druck – Orientierung und Selbststeuerung im Führungsalltag.
Wie ich Metaebene und Orientierung im Führungsalltag verstehe, habe ich im Beitrag
Führung unter Druck: Warum Orientierung wichtiger ist als Rezepte näher ausgeführt.


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