Gesunde Führung wird häufig mit Selbstoptimierung verwechselt. Mit der Vorstellung, sich besser zu organisieren, resilienter zu werden, leistungsfähiger zu bleiben. Diese Perspektive greift zu kurz – und kann paradoxerweise zusätzlichen Druck erzeugen. Denn Selbstoptimierung impliziert, dass Führungskräfte noch etwas leisten müssen, um gesund zu bleiben. In ohnehin hochbelasteten Kontexten ist das selten entlastend.
Das findet sich in diesem Blogartikel:
Gesundheit ist kein persönliches Projekt
Gesundheit im Führungskontext ist nicht allein das Ergebnis individueller Disziplin oder Selbstfürsorge. Sie entsteht im Zusammenspiel von Person, Rolle und System. Führungskräfte können nicht „alles richtig machen“, wenn die Rahmenbedingungen dauerhaft widersprüchlich sind. Gesunde Führung bedeutet daher nicht, sich selbst weiter zu optimieren, sondern die eigenen Grenzen, Ressourcen und Wirkungen ernst zu nehmen.
Selbstwirkkraft statt Selbstoptimierung
Der Fokus auf Selbstwirkkraft verschiebt die Perspektive. Es geht nicht darum, immer besser zu funktionieren, sondern darum, die eigene Wirkung bewusst zu steuern. Das schließt ein, Belastung wahrzunehmen, Verantwortung zu begrenzen und sich nicht dauerhaft zu überfordern. Selbstwirkkraft zeigt sich dort, wo Führungskräfte Entscheidungen treffen, die nicht nur sachlich richtig, sondern auch innerlich tragfähig sind.
Führung als bewusster Umgang mit Begrenzung
Gesunde Führung anerkennt, dass nicht alles lösbar ist. Sie unterscheidet zwischen dem, was beeinflusst werden kann, und dem, was ausgehalten werden muss. Diese Unterscheidung ist keine Resignation, sondern eine Form von Professionalität. Wer seine eigene Wirksamkeit realistisch einschätzt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch das System, in dem er oder sie führt.
Ein anderer Maßstab für Wirksamkeit
Wirksamkeit bemisst sich nicht allein an Ergebnissen, sondern auch an der Art, wie sie zustande kommen. Führung, die dauerhaft auf Kosten der eigenen Energie geht, ist langfristig nicht tragfähig – weder für die Person noch für die Organisation. Gesunde Führung beginnt dort, wo Selbststeuerung ernst genommen wird.
In meiner Arbeit mit Führungskräften unterstütze ich genau diesen Perspektivwechsel – weg von Selbstoptimierung, hin zu bewusster Selbststeuerung im Alltag. Wenn Sie diese Fragen weiter vertiefen möchten, biete ich ein kostenfreies Erstgespräch an, um gemeinsam zu klären, ob und wie eine Zusammenarbeit sinnvoll sein kann.
Dieser Beitrag ist Teil der Blogserie
Führung unter Druck – Orientierung und Selbststeuerung im Führungsalltag.


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