12 von 12: Ein außergewöhnlicher Samstag im Juni

14 Jun 2021 | Rückblick

Ich habe inspiriert von Judith Sympatexter Peters gestern erstmals bei einer alten Blog-Tradition mitgemacht: 12 von 12. Diese Tradition wird im deutschsprachigen Raum von Draußen nur Kännchen am Leben erhalten und ich freue mich nun auch mit dabei zu sein. Hier geht es darum den 12. jeden Monats mit 12 Fotos zu dokumentieren. Dabei ist es ganz gleich, was mensch an diesem Tag so macht. Je alltäglicher desto interessanter ist es oftmals. Und besonders interessant wird es natürlich, nach 1 Monat, Jahr, Jahrzehnt mal wieder reinzuklicken und zu schauen, was man in dem Monat, Jahr, Jahrzehnt so getrieben hat. Darauf freue ich mich schon jetzt!

Guten Morgen! Der Tag begann für mich viel früher als sonst am Wochenende. Um 6 Uhr war ich aus den Federn, weil ein besonderer Arbeitstag auf mich wartete. Aber ohne gemütlichen Kaffee, Frühstück und Katzenkuscheln geht es nicht.

Das Bild zeigt eine orangenen Becher mit der Aufschrift Hallo Sonnenschein, unter der Kaffeemaschine von de Longhi.

1 von 12: 6 Uhr, erstmal Kaffee. Aber ich gestehe, ich war doch SEHR müde. Die erste Ladung Kaffee ging in den Wasserablauf. Beim 2. Versuch hat es dann endlich geklappt ;D.

 

Das Bild zeigt eine weiß-schwarze Katze, die bekuschelt wird. Sie hat große grüne Augen und wirkt sehr zierlich.

2 von 12: Darf ich vorstellen: Yakuza, das „Kind“ meines Partners, das ich jetzt eben auch adoptiert habe. Ich habe noch nie eine Katze kennengelernt, die verschmuster ist 😀

 

Das Bild zeigt ein Selfie von Lorena Hoormann auf der Straße, im Hintergrund ist ein Auto und eine Baustelle zu sehen. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint.

3 von 12: Um 8:20 Uhr ging es dann los bei strahlendem Sonnenschein mit Bus und Bahn, um vom 15. in den 8. Bezirk zu kommen.

Und ab dann war mein 12. Juni 2021 alles andere als gewöhnlich. Nicht nur, dass in Österreich nach einem langen Corona-Lockdown auch die Gastronomie- und Geschäftswelt wieder mehr Freiheiten erlaubt und es möglich war auch unbekannten Menschen wieder zu begegnen (wie aufregend!). Noch dazu war dieser Samstag für mich besonders, da ich gearbeitet habe: Am 12. Juni hat das öffentlich geförderte Community Care Projekt „ACHTSAMER 8.“  im 8. Wiener Gemeindebezirk – der Josefstadt – den „Tag der ACHTsamkeit“ veranstaltet. Das war für mich als Evaluatorin des Projekts natürlich besonders spannend. So viele Möglichkeiten mit Menschen in Kontakt zu kommen, die sonst nur selten erreichbar sind: Volksschulkinder, Menschen mit Demenz und Angehörige, Organisationen und Unternehmen, Menschen die auf barrierefreie Umgebungen angewiesen sind usw.

Das Bild zeigt das Programmheft des "Tag der ACHTsamkeit" im 8. Bezirk in Wien. Darauf zu sehen ist eine Karte mit unterschiedlichen Stationen und den entsprechenden Programmpunkten als Liste.

4 von 12: Die Karte für den Tag zeigt alle Standorte am Tag der ACHTsamkeit in 1080 Wien. Von 09:30 Uhr bis 19 Uhr gab es Aktionen rund um das Thema Nachbarschaft, Barrierefreiheit, Chancengerechtigkeit, Demenz, Sorgekultur und Leben im öffentlichen Raum.

 

Das Bild steigt tanzende Menschen mit nach oben seitlich weit ausgestreckten Armen in eienm Park. auch Kinder sind dabei.

5 von 12: Die erste Station für teilnehmende Beobachtung war für mich „Tanzen im Park“ mit Katy Geertsen. So starte ich gerne in einen Tag. Tanzen ist wunderbar!

6 von 12: Um 13 Uhr wude im Volkskundemuseum die Ausstellung zum Schreibaufruf „Oma/Opa kannst Du Dich erinnern?“ eröffnet. Volksschulkinder und Jugendliche der Vienna Business School haben in einer Projektarbeit Verwandte interviewt, um zu erfahren, wie das Leben „früher“ war. Die Ergebnisse wurden als Collagen aus selbst gemalten Bildern, Fotos der Großeltern und von sich selbst präsentiert. Zur Eröffnung sangen die Kinder der Klasse ein Lied.

7 von 12: Ein Highlight des Tages war „Die LEGO-Oma“ aus Hanau. Rita Ebel baut aus gespendeten LEGO-Steinen Rampen, um mehr Barrierefreiheit zu schaffen und auf das Thema aufmerksam zu machen. Eine bunte Rampe entstand bei „Format 60+“ der Wiener Pensionistenklubs. Eingeweiht wurde sie beim Café Hummel in der Josefstadt.

8 von 12: Ich durfte auch an einem Spaziergang teilnehmen, den die Agenda 21 angeboten hat. Jede:r konnte hier unterschiedliche Utensilien ausprobieren, um am eigenen Leib zu erfahren, wie es mit eingeschränkter Mobilität und/oder Sehfähigkeit ist, sich im öffentlichen Raum zu bewegen. Puh. Garnicht leicht. Das sollte jede:r mal ausprobieren. Erst war ich mit Rollator und 30% Sehfähigkeit Brille unterwegs, später auch mit schwarzer Brille und Blindenstock. Tolle Unterstützung bekam ich dabei von den Menschen, die tagtäglich mit fehlender Barrierefreiheit im Alltag konfrontiert sind. Sonst hätte ich der Gruppe nicht folgen können.

9 von 12: Im Volkskundemuseum haben verschiedene Aktionen stattgefunden. Ganz spannend war ein kleines Barockkonzert des Ensemble Affinitá mit Mitmach-Faktor. Nicht nur wunderbarer Musik auf Cembalo und Barockoboe gab es, sondern auch Unterricht für Barocke Gesten und ihre Bedeutung.

Das Bild zeigt eine Collage. Darauf zu sehen ist ein DJ an seinen Turntables, ein Aufsteller auf dem "Promenz" steht. darunter das Bild eines Bierglases, daneben von einer tasche, die aussieht als wäre es ein Gesicht. den größten Bildteil nimmt ein Foto ein, das Menschen von Kind bis älter zeigt, die auf iener Wiese Open Air tanzen.

10 von 12: Die bis weit nach 19 Uhr laufende letzte Veranstaltung war der „5-Uhr-Tee“ von Promenz. Zum Sound von Schallplattenmusik aus verschiedensten Jahrzehnten wurde hier gelacht und getanzt. Denn ganz gleich in welchem Alter und mit wieviel Vergesslichkeit jemand derzeit durch die Welt geht, Musik und Tanz, das kann und darf jede:r. Und es tut gut gemeinsam zu tanzen. Insbesondere in Zeiten wie diesen.

Das Bild zeigt lorena Hoormann, sie lächelt, schaut aber auch etwas müde aus.

11 von 12: Nach 12 Stunden wach sein und 10 Stunden Herumflitzen von Station zu Station, um möglichst viele Eindrücke, Perspektiven und Beobachtungen einzufangen, konnte ich meine Beine schon spüren. Ok, ich habe auch getanzt. Mehrmals. Aber den Feierabend nun in guter Gesellschaft zu genießen, das ließ ich mir nicht nehmen.

 

Das Foto zeigt einen Tisch, darauf 2 Biergläser, ein fast leerer Spinat-Risotto-Teller, ein Salat.

12 von 12: Tagsüber war nur Zeit für 2 Semmeln, am Abend gab es nun Spargel-Risotto und Salat, dazu ein kühles Bier. Lecker. Und danach bin ich noch weiter gezogen in einen Heurigen und eine Bar. Das war das erste Mal seit über 1 1/2 Jahren. Und es tat so gut! Um 1:20 Uhr war ich dann im Bett und somit mein 12. Juni vorbei. Es war ein anstrengender aber schöner Tag mit vielen Eindrücken. Ich liebe meinen Job.

 

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4 Kommentare

  1. Ilka

    Super Tag! Von der Lego-Oma hab ich auch schon gehört. Nicht so weit weg von mir 😉.
    Toll das endlich wieder mehr Freiheit in das Leben kommt.

    Liebe Grüße und weiter so!
    Ilka

    Antworten
    • Lorena Hoormann

      Liebe Ilka,

      danke dir für deinen Kommentar 🙂
      Ich glaube aktuell kann mensch bei irgendeinem regionalen Wettbewerb für sie abstimmen.
      Ohja, ich genieße es auch sehr endlich wieder mehr Bewegungsfreiheit zu haben. Wäre natürlich schön wenn das hinsichtlich der Barrierefreiheit für alle gelten würde.
      Ganz liebe Grüße!
      Lorena

  2. Mascha

    Oh, so eine tolle Aktion – danke fürs Teilhaben-Lassen!
    Mit fehlender Barrierefreiheit bin ich (Autismus, Sehschwäche und leichte Geheinschränkung, die mich immer noch Fahrrad fahre läszt, was ich schon lange nicht mehr dürfte) hier tagtäglich konfrontiert und das macht den Alltag nicht unbedingt leichter… Fast genauso einen Zopf hatte ich früher übrigens auch (und blaue Kleider). Inzw. ist er einem Rasurschnitt zum Opfer gefallen, weil ich meine Energie für Nötigeres als Haarpflege brauche…aber manchmal denke ich schon noch mit Wehmut zurück –
    Grüsze aus dem Harz und eine gute neue Woche
    Mascha

    Antworten
    • Lorena Hoormann

      Liebe Mascha, vielen Dank für deinen Kommentar!
      Ich habe jetzt erst entdeckt, wie ich Kommentare freigebe, daher die Verzögerung 😀
      Ich finde, wenn mensch einmal hinschaut, dann wird ja ganz deutlich an wie vielen Stellen im öffentlichen und privaten Raum keine Barrierefreiheit vorhanden ist. Vieles davon wäre sogar relativ leicht und u.U. sogar kostengünstig zu beheben, oftmals scheitert es ja an bestimmten Vorgaben. Erschreckend.
      Wow, so mutig mit der Rasur! Haarpflege nervt mich auch immer wieder, deswegen der Zopf, ohne nachzudenken ist das die schnellste Variante. Aber ich glaube ich würde mich nicht trauen, mich von meinen Haaren zu verabschieden.
      Grüße in den Harz von der Butenbremerin in Wien 🙂
      Lorena

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